Psychodynamisch denken- mit Ego-State Therapie intervenieren

Die Ego-State Therapie fügt sich aufgrund ihrer analytischen Wurzeln gut in das psychodynamische Denken ein. 

Paul Federn (1871-1950), enger Schüler und langjährigen Freund Freuds, beschäftigte sich ähnlich wie Pierre Janet mit der Vielheit, der Multiplizität, des Psychischen. Unter anderem auf seinen Theorien aufbauend, entwickelten John und Helen Watkins die Ego-State Therapie als ein insbesondere hypnotherapeutisches Verfahren. 

Seitdem hat sowohl die Ego-State Therapie als auch die Psychoanalyse intensive Entwicklungen durchlaufen und Zweige mit eigenen Schwerpunkten entwickelt. 


Ich nähere mich der Entstehungsgeschichte der Ego-States aus einem psychodynamischen Blickwinkel.

Auf einer Landkarte der drei Ego-State Typen wie sie z.B. Kai Fritzsche in die grundsätzlich ressourcenreichen Ego-States und Ich-Stärken, die symptomassoziierten, verletzten Anteile oder die Bewältigungsseiten kategorisiert, können wir die Entstehung der Ego-States verfolgen, wie diese in den prägenden frühen oder späteren Beziehungen entstanden sind. Durch unzählige jahrelange Beziehungserfahrungen und handlungsdialogische Austauschprozesse mit den wichtigen Anderen entstehen innere Abbilder dieser Interaktionen. Psychodynamisch gesprochen - die inneren Selbst- und Objektrepräsentanzen. Diese vollziehen im Inneren der Person dann ihre eigene weitere Entwicklung, welche wir als Ego-States fassen können. Je nachdem wie die wichtigen Anderen auf die zentralen Bedürfnisse des Kindes reagiert haben, können sich Ego-States zu Stärken der reifenden Person entwickeln oder müssen unterschiedliche Bewältigungsformen entwickeln, um uneingefühlte oder traumatische Erfahrungen zu bewältigen. Hieraus entwickeln sich einerseits die verletzten oder symptomassoziierten Ego-States und andererseits die Bewältigungsseiten, beides als Anteile der Selbst-Objekt-Interaktionsrepräsentanzen mit den entsprechenden affektiven Ladungen und ihrem impliziten Beziehungswissen. Die Landkarte hilft dabei, die Ego-States und deren Psychodynamik übersichtlich zu erarbeiten.

Anhand eines eigenen Falles werde ich diese Blickweise darstellen. Hierbei werde ich auch auf den spannenden Aspekt der Gegenübertragung und projektive Identifizierung in der Arbeit mit den Ego-States eingehen.

Im zweiten Teil können wir am konkreten Fall aus der eigenen Praxis (bitte gern Fälle mitbringen) auf der Landkarte die Psychodynamik mit den Aspekten Konflikt und Struktur genauer abbilden und daraus auch die Behandlungsplanung entwickeln. 
Hierbei können auch konkretere psychodynamische Themen wie Introjekte oder Arbeit mit der Gegenübertragung einfließen. 


Gleichzeitig kann auch deutlich werden, dass sich die psychodynamischen Aspekte der Ego-State Therapie sehr gewinnbringend auch außerhalb der analytischen/tiefenpsychologisch fundierten Schulen integrieren lassen.

 

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